Hummeln im Herbst

Die Zeit der Hummelflüge ist bald vorbei. Bis zum Ende des Monats werden alle Drohen, Arbeiterinnen und Altköniginnen gestorben sein. Nur die begatteten jungen Königinnen werden den kommenden Winter überleben und im nächsten Frühjahr beginnt ein neuer Lebenszyklus für die goßen, sympathischen Insekten.Noch braucht diese Hellgelbe Erdhummel Pollennahrung und Energie.

Die noch volklosen Jungköniginnen suchen jetzt ein geeignetes Winterquartier. Das liegt vorzugsweise unter der Spreu von Bäumen. Dicke Laubdecken, genügend eingelagertes Körperfett und mit dem natürlichen Frostschutzmittel Glycerin im „Bienenblut“ (Haemolymphe) werden die dicken Brummer den nächsten Winter überleben.

Wenn die Hummelkönigin Anfang März aus ihrer Winterruhe erwacht, wartet eine Menge Arbeit auf sie. Im Honigmagen der Hummel eingelagerter Honig und ein dicker Pelz helfen ihr über die ersten , noch kalten Tage im Frühjahr. Ihre Staatsgründung beginnt mit der Suche nach einer geeigneten Wohnung. Wie die meisten Hummelarten ( ca. 30 in Deutschland), sucht auch die Hellgelbe Erdhummel für ihr Nest ein verlassenes Mäuseloch oder einen vergleichbar geeigneten Platz. Die kleinen Nager haben hier schon für eine kuschelige Innenausstattung gesorgt und Federn, trockenes Gras, Laub und Tierwolle herbeigeschleppt. Ist die Wohnung besetzt, dann wird die Maus mit lautem Gebrumm, mit Bissen und Drohgehabe solange traktiert, bis sie das Feld räumt.

Nach diesem rabiaten Rausschmiss beginnt für die Hummel eine Menge Arbeit. Aus dem vorhandenen Thermobaustoffen webt und klebt sie eine Nestkugel. Wenn das Material nicht reicht, dann beschafft sie sich aus der Natur, was sie noch braucht, und bringt es per Luftfracht zu ihrem Domizil. In einem erbsengroßen Honigtopf legt sie dann einen kleinen Nektarvorrat an und baut eine große Hummelwiege aus Wachs. Hier hinein legt sie ihre ersten Eier. Mit ihrer Flugmuskulatur sorgt sie für die richtige Nestwärme für die heranwachsenden ersten Hummelkinder. Von da an verlässt sie das Nest nicht mehr. Sind dann die ersten Arbeiterinnen geschlüpft, besteht der Rest ihres Lebens aus Eierlegen. Wie die Bienenkönigin lässt sie sich fortan von ihrem Volk versorgen, und überlässt die Aufzucht und Pflege ihre Nachkommen.

Im Laufe des Sommers wächst ihr Hummelstaat auf 400- 600 Individuen heran. Die ersten Hummelmännchen erscheinen im Juli. Sie verlassen das Nest und drehen ihre immer gleichen Runden. Auf der Suche nach den ersten paarungsbereiten Hummelprinzessinnen legen sie so täglich bis zu 60 Kilometer zurück. Der Geschlechtsakt dauert je nach Art bis zu 3 Stunden. Begattete Jungköniginnen kehren nicht mehr zum Nest zurück und machen sich auf die Suche nach einem geeigneten Überwinterungsquartier.

7Elise Speta, Reinhard Fliß und 5 weitere Personen4 Mal geteiltGefällt mirKommentierenTeilen

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