Model des Tages

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Bei meinem heutigen Sonntagsspaziergang von Marmagen zum Grünen Pütz und zurück konnte ich dieses wunderschöne Exemplar eines Kaisermantels beim Frühstück fotografieren. Von meinen Annäherungsversuchen mit der Handykamera ließ er sich überhaupt nicht irritieren. Vielleicht war der Nektar, den ihm die Kratzdistel bot so köstlich, oder er spürte, dass er von mir nichts zu befürchten hatte.

Dieses Exemplar ist ein Männchen. Im Gegensatz zum Weibchen, dessen Krönungsmantel nur gefleckt ist, trägt es auf seinen beiden Vorderflügeln je vier dunkel gefärbte, längliche Streifen zur Schau. Das sind die so genannten Duftschuppen. Sie enthalten ein Pheromon, das paarungsbereite Weibchen anlockt. Das begattete Weibchen dieses prachtvollen Sommerfalters legt seine Eier dann unter den Rindenschuppen von Kiefern oder Fichten ab, aber auch unter dem Flechtenbewuchs anderer Baumarten. Hierzu umfliegt es spiralförmig die Baumstämme und platziert etwa alle halbe Meter ihre Eier. Diese Ablageorte am unteren Stammbereich von Bäumen schützen die empfindlichen Eier des Edelfalters vor Sonne und Regen.

Eine weitere notwendige Bedingung für die Wahl des Ortes für die Eiablage ist, dass zu seinen Füßen Waldveilchen (Viola reichenbachiana) wachsen. Denn diese unscheinbaren Waldblumen bilden im kommenden Frühjahr die Nahrungsgrundlage der Raupen des Kaisermantels.

Das Rad des Lebens kann sich für diesen Schmetterling nur dann weiterdrehen, wenn das fein abgestimmte Dreiecksverhältnis zwischen Baum, Veilchen und Kaisermantel nicht gestört wird.

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