Artenreiche Kleinbiotope

am

Beim Anblick dieser Eiche, die gerade damit begonnen hat, zum mindestens hundertsten Male ihre jungen Blätter zu entfalten, ist mir eine schöne Geschichte in Erinnerung gekommen. Sie erzählt von einem Zimmermann und einem Wanderer, die sich einen stattlichen Baum wie diesen mit seinen starken, weit ausladenden Ästen unterhalten. „Nicht einen einzigen Balken kann man aus seinem krummen Holz schneiden. Er taugt bestenfalls als Brennholz für den Winter“ sprach der Zimmermann verächtlich – „Sag das nicht. Solch ein Baum spendet einem müden Wanderer wohltuenden Schatten und ist ein angenehmer Platz für eine Rast“.

Die Geschichte ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir Menschen Natur bewerten. Für den Zimmermann steht der materielle Nutzen im Vordergrund, der Wanderer sieht den Erholungswert des Baumes.

Was die Geschichte uns nicht vermittelt ist der ökologische Wert eines solchen Baumes. Eine ausgewachsene Eiche beherbergt eine ungewöhnliche Vielfalt von Insekten, bis zu 1000 Arten in einer Krone. Die Raupen von bis zu 100 Falterarten finden am Blattwerk der Eiche ihre Nahrung. Neben Kleinsäugern und Vögeln sind zahlreiche Insekten auf den langlebigsten unserer Bäume spezialisiert.

Wie diese Eiche ist auch jede ausgewachsene Buche ein kleines Biotop. In natürlichen Buchenwäldern in Hessen wurden bei einer systematischen Erhebung 2328 Tier- und 1873 Pflanzenarten gefunden.

Eichen, Buchen und andere einheimische Bäume bilden jeder für sich ein artenreiches Kleinbiotop, das es zu schützen gilt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s